Metaversum: Eine Projektstudie der Technikbranche!?

Die Technologiefirmen im Silicon Valley scheinen an einem interessanten Lieblingsprojekt zu arbeiten: Das Metaversum. Eine Parallelwelt soll das Internet in der dritten Dimension erweitern.

In Wikipedia steht dazu:

Das Metaversum ist ein kollektiver virtueller gemeinsamer Raum, der durch die Konvergenz von virtuell erweiterter physischer Realität und physisch persistentem virtuellen Raum entsteht, einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets. Das Wort „Metaversum“” ist ein Kofferwort der Vorsilbe meta (Bedeutung jenseits) und Universum; der Begriff wird üblicherweise verwendet, um das Konzept einer zukünftigen Iteration des Internets zu beschreiben, das aus persistenten, gemeinsam genutzten, virtuellen 3D-Räumen besteht, die zu einem wahrgenommenen virtuellen Universum verbunden sind.

Ja und hier steigen die meisten aus – es fehlt schlicht und ergreifend die Vorstellungskraft. In der Verwendung wird es wohl greifbarer werden.

Wer etwas Nachhilfe braucht kann sich den Film “Ready Player One” von Steven Spielberg ansehen. Der kommt der Idee des “Metaversum” schon recht nahe.

Der Begriff Metaversum wurde 1992 von Neal Stephenson in seinem Science-Fiction-Roman Snow Crash populär gemacht. Im Epilog behauptet er, dass er den Begriff für dieses Buch als Marketinggag erfunden habe, ebenso wie „Avatar“.
Als erstes Metaverse gilt das Spiel Habitat aus dem Jahr 1985 (noch bevor Neal Stephenson den Begriff geprägt hat). 2003 ging Second Life online. Von 2004 bis 2008 bestand das Open Source Metaverse Project.

Seit den 2020er Jahren erlebte das Metaversum einen neuen Hype durch den Verkauf von virtuellem Land (Decentraland, The Sandbox) in Form von NFTs. Im April 2021 hat Epic Games offiziell die Pläne für ein Metaverse-Projekt bestätigt. Im Juli 2021 kündigte Mark Zuckerberg an, Facebook zum Metaversum umbauen zu wollen.

Das Metaversum ist aber nicht nur Gaming, meint Matthew Ball, der ehemalige Amazon-Manager und heutige Tech-Investor. Es wird eine Art Nachfolger des mobilen Internet. Mit Beiträgen auf seiner Seite hat er vor kurzem für Aufsehen gesorgt. Dort beschreibt er, wie der Nachfolger des Internet aussehen könnte. Da sich auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Thema beschäftigt, wurde dieser Artikel schnell zur Pflichtlektüre für seine Mitarbeitenden erklärt.

So gerät eine gesamte Branche in helle Aufregung. Microsoft-Chef Satya Nadella sprach kürzlich von einem Wandel hin zu “metaversen” Geschäftsmodellen. Das soll das Leben aus Verbrauchersicht vereinfachen, wenn sich die Firmen in einem Metaversum vereinen. Matthew Ball sieht dann für Firmen, die sich gegen diesen Trend abschotten wollen, kritische Zeiten. Die könnten unter die Räder kommen, prophezeit er – als Beispiel wird der heutige Tech-Riese Apple angeführt.

“Apple blockiert ganz gezielt Technologien, die wichtig für ein Metaversum wären, weil sie das Geschäftsmodell des Unternehmens gefährden”, sagt Matthew Ball in einem ARD-Interview. “Auch ihre 30-Prozent-Steuer im App-Store hält die Entwickler-Community davon ab, Geschäfte zu gründen, die ein Metaversum bauen könnten. Außerdem lehnt der Konzern offene Standards ab, die für eine Interoperabilität zwischen Angeboten sorgen könnten.”

Das diese Vorstellungen noch nicht reif für die nähere Zukunft sind, liegt besonders an der Infrastruktur. Für ein echtes Metaversum sind unser Netze und Rechner zu schwach und zu langsam. Ob Metaversum eine Spinnerei für heutige Tech-Nerds wird die Zeit zeigen. Die Tatsache, dass sich schon eine Reihe der klügsten Köpfe der Branche damit beschäftigt, rückt das Thema immer mehr in den Focus.

 

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