Ladesäulenbetreiber wollen die Kundenbindung nicht aufgeben

Wer derzeit mit dem E-Auto durch Deutschland fahren möchte, muss seine Fahrt gut durchplanen. Dabei ist nicht nur die begrenzte Reichweite seines Fahrzeugs gemeint. Denn derzeit ist es vergleichsweise kompliziert, ein Elektroauto unterwegs zu laden. Deutschland zählt zwar mehr als 46.000 öffentliche Ladesäulen (Stand 1. August), die aber auf eine Vielzahl an Betreibern, Ladekarten, Vertragsmodellen und Tarife aufgeteilt ist. Und natürlich versuchen die Betreiber mit unterschiedlichen Ansätzen die Kunden an sich zu binden.

Der Staat fördert den Ausbau der Elektromobilität mit Milliarden. Das nicht vom Start an ein einheitliches geltendes System festgelegt wurde, ist als grobes Versäumnis der Politik anzusehen. Zum Laden scheint sich die “AC Steckdose Typ 2” durchzusetzen, was aber noch längst nicht alle Säulen anbieten. Und gerade bei der Bezahlung geht jeder Betreiber eigene Wege.

Was für jeden Benzin-Tanker Normalität ist, das Bezahlen mit einfacher EC- oder Kreditkarte ohne Anmeldung beim Betreiber, dagegen sperren sich die entsprechenden Wirtschaftsverbände.

Die Bundesregierung hatte Mitte Mai eine überarbeitete Ladesäulenverordnung auf den Weg gebracht. Demnach müssen Betreiber von öffentlich zugänglichen Ladepunkten die kontaktlose Zahlung mit mindestens einer gängigen Debit- oder Kreditkarte anbieten. Dies soll für alle neuen Ladesäulen gelten, die vom 1. Juli 2023 an in Betrieb gehen. Das die Betreiber gegen diese zusätzlichen Kosten Sturm laufen ist verständlich. Aber das die Länder bei dieser längst notwendigen Maßnahme immer noch uneins sind und die Entscheidung noch weiter auf die lange Bank schieben, kann man nicht verstehen. Nun steht das Thema am 17. September erneut auf der Tagesordnung des Bundesrates. Bleibt zu hoffen, dass der DSGV erfolgreich bei ihrer Lobbyarbeit sind.

„Im Sinne der Verbraucher muss man an jeder Ladesäule mit der Karte bezahlen können, die man im Portemonnaie hat“, sagte Karl-Peter Schackmann-Fallis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes der Deutschen Presse-Agentur.

Wir finden er hat Recht.

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