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Schuppenflechte: Was hilft heute wirklich?

Schuppenflechte (Psoriasis) ist heute so gut behandelbar wie nie: Bei den meisten Betroffenen ist eine fast erscheinungsfreie Haut ein realistisches Ziel. Dieser Ratgeber erklärt, was die Medizin heute anstrebt, welche Medikamente es gibt, was Sie selbst bei einer kleinen Stelle tun können – und wie Sie zum Beispiel ein gereiztes Knie durch den Winter bringen.

Vorab das Wichtigste zum Verständnis: Psoriasis ist nicht ansteckend und keine reine Hautsache. Es handelt sich um eine chronische, durch das Immunsystem gesteuerte Entzündung. Sie zeigt sich an der Haut, kann aber auch Gelenke, Gefäße und den Stoffwechsel betreffen. Heilbar ist sie bisher nicht, sehr gut kontrollierbar dagegen schon.

1. Was heute als Behandlungserfolg gilt

Die deutsche S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris wurde unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) aktualisiert; die Kurzfassung erschien im Januar 2026. Sie setzt die Messlatte deutlich höher als früher.

Was die Fachbegriffe bedeuten

  • PASI (Psoriasis Area and Severity Index): Punktwert für Ausdehnung, Rötung, Dicke und Schuppung der Herde. 0 bedeutet erscheinungsfrei.
  • PASI 75 / PASI 90: Der Wert hat sich gegenüber dem Start um 75 bzw. 90 Prozent verbessert.
  • Absoluter PASI: der aktuelle Wert, unabhängig vom Ausgangswert. Unter 2 heißt: nur noch minimale Reste.
  • DLQI (Dermatology Life Quality Index): Fragebogen mit 10 Fragen zur Belastung im Alltag, Skala 0 bis 30. 0 oder 1 bedeutet: Die Haut beeinträchtigt das Leben praktisch nicht mehr.

Die Ziele der Leitlinie

StufeKriterium
MindestzielPASI 75
Anzustrebendes ZielPASI 90 oder absoluter PASI unter 2
LebensqualitätDLQI 0 oder 1

Wichtig ist die Unterscheidung: PASI 75 ist die Untergrenze, PASI 90 das eigentliche Ziel. Wird das Mindestziel nach der vorgesehenen Zeit verfehlt, sollte die Therapie angepasst werden.

Früh wirksam behandeln

Neu betont wird, dass bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis moderne Biologika oder zielgerichtete Tabletten auch schon als erste Systemtherapie infrage kommen – nicht erst, wenn ältere Mittel versagt haben. Als mittelschwer bis schwer gilt grob die „10er-Regel“: mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche oder PASI über 10, zusammen mit einem DLQI über 10. Auch ein kleiner Befall kann so eingestuft werden, wenn sichtbare oder sensible Stellen betroffen sind: Kopfhaut, Gesicht, Nägel, Hände, Füße oder Genitalbereich.

Ob eine frühe Systemtherapie eine Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) sicher verhindert, ist noch nicht abschließend bewiesen. Es gibt Hinweise darauf, deshalb gilt: Gelenkbeschwerden früh ansprechen.

2. Moderne Medikamente: Spritzen und Tabletten

Wer eine mittelschwere bis schwere Psoriasis hat, hat heute mehr wirksame Optionen als je zuvor. Grundprinzip der neuen Mittel: Sie blockieren gezielt einzelne Botenstoffe des Immunsystems, die die Entzündung in der Haut antreiben – statt das Immunsystem breit zu dämpfen.

Biologika (Spritzen)

Biologika sind biotechnisch hergestellte Eiweiße, die man sich meist selbst unter die Haut spritzt – je nach Mittel alle 2 Wochen bis alle 12 Wochen. Die wichtigsten Gruppen:

GruppeBeispieleTypische Spritzabstände (Erhaltung)
IL-23-HemmerGuselkumab, Risankizumab, Tildrakizumaballe 8–12 Wochen
IL-17-HemmerSecukinumab, Ixekizumab, Brodalumab, Bimekizumab (blockiert IL-17A und IL-17F)alle 2–8 Wochen
IL-12/23-HemmerUstekinumab (auch als günstigere Biosimilars)alle 12 Wochen
TNF-alpha-HemmerAdalimumab, Etanercept, Certolizumab (teils als Biosimilars)wöchentlich bis alle 2 Wochen

Wichtig zur Einordnung: Bimekizumab ist ein IL-17-Hemmer, Risankizumab und Guselkumab sind IL-23-Hemmer – also zwei unterschiedliche Wirkprinzipien. IL-17-Hemmer wirken oft besonders schnell, IL-23-Hemmer überzeugen mit langen Spritzabständen und lang anhaltender Wirkung. Viele Behandelte erreichen mit diesen Mitteln PASI 90, ein Teil sogar völlig erscheinungsfreie Haut. Garantiert ist das aber nicht.

Vor dem Start werden unter anderem eine Tuberkulose und Virushepatitiden ausgeschlossen und der Impfstatus geprüft. Lebendimpfungen sind während der Therapie meist tabu.

Tabletten

  • Deucravacitinib (Handelsname Sotyktu) ist ein selektiver TYK2-Hemmer für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis und wurde in die aktualisierte Leitlinie aufgenommen. Einmal täglich eingenommen, ist die Wirkung gut, im Mittel aber schwächer als bei den stärksten Biologika. Der Kontrollaufwand ist deutlich geringer als bei älteren Tabletten wie Methotrexat oder Ciclosporin. Untersuchungen vor Therapiebeginn (etwa auf Tuberkulose) und ärztliche Verlaufskontrollen bleiben aber notwendig – „ganz ohne Kontrollen“ stimmt nicht.
  • Apremilast (PDE-4-Hemmer) ist eine ältere, gut verträgliche Tablette mit moderater Wirkung.
  • Klassische Systemtherapien wie Methotrexat, Fumarsäureester (Dimethylfumarat) und Ciclosporin sind weiter wichtig und günstig, erfordern aber regelmäßige Blutkontrollen.

Was neu kommt

  • Icotrokinra (Icotyde) ist eine Tablette, die den Andockpunkt von IL-23 blockiert – also das Wirkprinzip moderner Spritzen in Pillenform. In den USA ist sie seit März 2026 für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 40 kg) zugelassen. Der europäische Zulassungsausschuss hat im Juli 2026 eine Zulassung empfohlen. In der Zulassungsstudie erreichten rund 55 Prozent nach 16 Wochen PASI 90; im direkten Vergleich schnitt sie besser ab als Deucravacitinib. Fragen Sie in der Praxis nach, ob das Mittel in Deutschland bereits verfügbar ist.
  • Zasocitinib ist ein weiterer TYK2-Hemmer. Die Zulassung wird in den USA und in der EU geprüft; eine US-Entscheidung wird für Anfang 2027 erwartet. Bis dahin ist es nur in Studien erhältlich.

Gut zu wissen

Welches Mittel passt, hängt von Schweregrad, befallenen Stellen, Gelenkbeschwerden, Begleiterkrankungen, Kinderwunsch und persönlichen Vorlieben ab (Spritze oder Tablette, Abstände). Systemtherapien sind verschreibungspflichtig und werden von Hautärztinnen und Hautärzten eingeleitet und überwacht.

3. Mehr als Haut: Begleiterkrankungen im Blick

Psoriasis gilt heute als systemische Entzündungserkrankung. Wer eine mittelschwere bis schwere Form hat, erkrankt häufiger an bestimmten weiteren Leiden. Diese sollten aktiv mitbeobachtet werden.

  • Gelenke (Psoriasis-Arthritis): Etwa jeder fünfte bis dritte Betroffene entwickelt Gelenkbeschwerden. Warnzeichen sind Morgensteifigkeit, geschwollene Finger oder Zehen („Wurstfinger“) und Fersenschmerzen. Dann ist eine Rheumatologin oder ein Rheumatologe gefragt.
  • Herz und Gefäße: Das Risiko für Bluthochdruck (*), Diabetes, erhöhte Blutfette und Herzinfarkt ist erhöht. Studien zeigen, dass wirksame Systemtherapien Entzündungszeichen in den Gefäßen senken können. Dass dadurch nachweislich weniger Herzinfarkte oder Schlaganfälle auftreten, ist aber noch nicht belegt. Den größten gesicherten Schutz bieten weiterhin: Blutdruck, Blutzucker und Blutfette regelmäßig prüfen lassen, nicht rauchen, Bewegung und Normalgewicht.
  • Darm: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn treten häufiger auf. Das beeinflusst die Medikamentenwahl: IL-17-Hemmer werden bei aktiver Darmentzündung nicht empfohlen, IL-23- oder IL-12/23-Hemmer wirken dagegen auch am Darm. Bei anhaltendem Durchfall oder Blut im Stuhl also unbedingt die Hautarztpraxis informieren.
  • Leber: Eine Fettleber ist häufig; sie spielt etwa bei Methotrexat eine Rolle.
  • Psyche: Depressionen und Angststörungen kommen deutlich häufiger vor. Das offen anzusprechen ist Teil einer guten Behandlung.
  • Infektionen: Vor jeder Biologika- oder Tablettentherapie wird auf eine (auch unbemerkte) Tuberkulose getestet, meist per Bluttest. Erst bei auffälligem Befund werden Lungenfachärzte oder Infektiologen hinzugezogen.

Die aktualisierte Leitlinie enthält dazu eigene Empfehlungen, etwa zur Behandlung bei latenter Tuberkulose oder Virushepatitis.

4. Lebensstil und digitale Hilfen

Kein Lebensstil heilt Psoriasis – aber einige Faktoren beeinflussen nachweislich, wie stark sie ausfällt und wie gut Medikamente wirken.

  • Gewicht: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme die Haut bessern und das Ansprechen auf Systemtherapien verbessern. Fettgewebe produziert selbst Entzündungsstoffe; manche Medikamente wirken bei hohem Körpergewicht schwächer.
  • Rauchen: Rauchen verschlechtert die Psoriasis und erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko zusätzlich. Ein Rauchstopp lohnt sich doppelt.
  • Alkohol: Viel Alkohol kann Schübe begünstigen und belastet die Leber, gerade unter Methotrexat.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung unterstützt Gewicht, Gefäße und Stimmung.
  • Ernährung: Eine spezielle „Psoriasis-Diät“ mit gesicherter Wirkung gibt es nicht. Eine ausgewogene, mediterran orientierte Kost ist sinnvoll.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind geprüfte Apps, die Ärztinnen und Ärzte auf Rezept verordnen können; die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dann die Kosten. Welche Apps aktuell verordnungsfähig sind, steht ausschließlich im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM. Für Psoriasis kommen vor allem Apps zur Bewältigung psychischer Belastung, für besseren Schlaf oder zum Rauchstopp infrage. Dazu kommen Videosprechstunden und Online-Schulungen. Sie ergänzen die Behandlung, ersetzen sie aber nicht.

5. Eine kleine Stelle selbst behandeln

Einen einzelnen, kleinen Herd (Plaque) können Sie mit konsequenter Pflege oft gut in den Griff bekommen. Eine Voraussetzung gilt aber: Die Diagnose sollte ärztlich gesichert sein. Ekzeme, Pilzinfektionen und andere Hauterkrankungen sehen ähnlich aus und brauchen eine völlig andere Behandlung.

Schritt 1: Schuppen sanft lösen

Dicke Schuppen wirken wie eine Barriere, durch die Pflege und Wirkstoffe kaum durchdringen. Deshalb werden sie zuerst aufgeweicht (Fachbegriff: Keratolyse).

  • Harnstoff (Urea): Cremes und Salben ab etwa 10 Prozent lösen Schuppen und binden Feuchtigkeit. Auf entzündeter oder rissiger Haut kann Harnstoff kurz brennen; für Kleinkinder ist er ungeeignet.
  • Salicylsäure: Rezeptfreie Zubereitungen (meist 2 bis 10 Prozent) lösen Schuppen besonders effektiv. Nur auf kleinen Flächen und zeitlich begrenzt anwenden. Nicht bei Kindern, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Nierenerkrankungen ohne ärztliche Rücksprache.
  • Öl-Packung: Ein pflegendes Öl (auch Oliven- oder Kokosöl) dick auftragen, 30 Minuten bis über Nacht einwirken lassen, dann lauwarm abwaschen. Mit Frischhaltefolie abgedeckt wirkt es stärker.

Nie Schuppen abkratzen oder abreißen. Kleine Verletzungen können bei Psoriasis neue Herde auslösen – genau an der verletzten Stelle. Das nennt man Köbner-Phänomen. Es entsteht typischerweise nach einigen Tagen bis Wochen, nicht „sofort“, und betrifft nicht jeden Menschen mit Psoriasis.

Schritt 2: Täglich rückfetten

  • Duft- und farbstofffreie, rückfettende Cremes oder Salben verwenden, etwa mit Harnstoff, Glycerin, Panthenol, Ceramiden oder Nachtkerzenöl.
  • Mindestens zweimal täglich dünn auftragen, am besten direkt nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut.
  • Lauwarm und kurz duschen, milde, pH-neutrale Waschlotion, Haut abtupfen statt rubbeln.
  • Die Pflege auch fortsetzen, wenn die Stelle abgeheilt ist. Sie verlängert oft die beschwerdefreie Zeit.

Schritt 3: Juckreiz und Rötung lindern

  • Kühlen: Kühlpads oder kalte Umschläge, immer in ein Tuch gewickelt, lindern Juckreiz für kurze Zeit. Kein Eis direkt auf die Haut.
  • Rezeptfreies Hydrocortison (0,25 oder 0,5 Prozent) ist in der Apotheke erhältlich. Es ist für eine dicke Psoriasis-Plaque meist zu schwach und sollte ohne ärztlichen Rat nur kurz (höchstens etwa 2 Wochen) und kleinflächig genutzt werden.
  • Pflanzliche und „Spezial“-Cremes: Für Präparate mit Ballonrebe (Cardiospermum), Mikrosilber, Mahonie oder Ichthyol ist die Wirksamkeit bei Psoriasis wissenschaftlich kaum belegt. Manche Menschen empfinden sie als angenehm. Ein Versuch ist möglich, ersetzt aber keine wirksame Behandlung.

Schritt 4: Auslöser vermeiden

  • Reibung und Druck: Scheuernde Kleidung, Bündchen, Gurte oder Schmuck von der Stelle fernhalten.
  • Stress: Psychische Belastung ist ein häufiger Schubauslöser. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Atemübungen können helfen.
  • Infekte: Besonders Mandelentzündungen durch Streptokokken können Schübe auslösen.
  • Rauchen und viel Alkohol verschlechtern die Haut.
  • Medikamente: Einige Mittel (etwa bestimmte Betablocker, Lithium, manche Malariamittel) können Psoriasis verstärken. Nie selbst absetzen, sondern ärztlich besprechen.

Sonne: ja, aber mit Maß

UV-Licht hemmt die Entzündung, viele Herde bessern sich im Sommer. Die betroffene Stelle darf kurz Sonne (*) bekommen; die übrige Haut wird geschützt und ein Sonnenbrand unbedingt vermieden – er kann selbst neue Herde auslösen. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Betroffenen verschlechtert Sonne (*) die Haut. Von Oktober bis März reicht die UV-Strahlung in Deutschland kaum aus. Solarien sind wegen des Hautkrebsrisikos keine Alternative. Wirksam und kontrolliert ist dagegen eine ärztliche Lichttherapie (Schmalband-UVB, 311 nm).

Wenn es nicht besser wird

Bessert sich die Stelle nach 2 bis 4 Wochen konsequenter Selbstbehandlung nicht, wächst sie oder kommen neue Herde dazu: ab in die Hautarztpraxis. Bewährter Standard für einzelne Plaques ist eine verschreibungspflichtige Kombination aus einem Vitamin-D3-Abkömmling (Calcipotriol) und einem mittelstarken bis starken Kortison (Betamethason) als Gel, Schaum oder Creme. Richtig angewendet, ist das sicher und wirkt meist innerhalb weniger Wochen. Danach geht es oft mit dem Vitamin-D-Präparat allein oder einer Anwendung an 2 Tagen pro Woche weiter.

6. Das Knie im Winter schützen

Knie und Ellenbogen sind typische Psoriasis-Stellen – gerade weil sie ständig gebeugt und belastet werden. Im Winter kommt doppelt Stress hinzu: trockene Heizungsluft trocknet die Haut aus, und dicke Hosen reiben bei jedem Schritt. Dauerreibung hält die Entzündung am Laufen. Ziel ist deshalb: eine weiche, glatte Schicht zwischen Haut und Hosenstoff.

Tagsüber: Schutzschicht schaffen

  1. Morgens eincremen: Eine reichhaltige, fettende Salbe (z. B. Vaseline oder eine Harnstoffsalbe) dünn auftragen und kurz einziehen lassen. Zu dick aufgetragen, verschmiert sie die Kleidung.
  2. Schlauchverband darüber: Ein Stück elastischer Baumwoll-Schlauchverband (Apotheke) über das Knie ziehen. Er hält die Salbe an Ort und Stelle und verhindert direkten Kontakt mit der Hose. Er darf nicht einschnüren.
  3. Weiche unterste Schicht: Darunter oder statt dessen eine glatte Leggings oder lange Unterhose aus Baumwolle, Modal oder Seide tragen. Raue Wolle, steife Jeans und dicke Nähte nicht direkt auf der Stelle tragen. Glatte Funktionsfasern sind oft unproblematisch – entscheidend ist, dass der Stoff weich ist und nicht kratzt.
  4. Beim Knien und Sport: Weiche, innen glatte Kniebandagen oder gepolsterte Knieschoner schützen vor Druck. Sie dürfen nicht zu eng sitzen und nicht scheuern.

Pflaster: nur mit Vorsicht

Stark klebende Pflaster sind auf Psoriasis-Haut keine gute Idee: Beim Abziehen wird die Haut verletzt, was neue Herde auslösen kann. Besser sind nicht klebende Polster, die mit einem Schlauchverband fixiert werden, oder Hydrokolloid-Verbände mit sanftem Kleber, die vorsichtig abgelöst werden. Wichtig: Wer unter einem dicht abschließenden Verband eine Kortisoncreme anwendet, verstärkt deren Wirkung und Nebenwirkungen erheblich. Das sollte nur auf ärztliche Anweisung geschehen.

Abends: regenerieren lassen

  1. Die Stelle lauwarm und mild reinigen, Salbenreste und Schweiß entfernen, sanft trocken tupfen.
  2. Eine Harnstoff- oder Panthenol-haltige Pflege großzügig auftragen.
  3. Bei dicker Schuppung kann ein Baumwoll-Schlauchverband über Nacht die Wirkung unterstützen. Eine weite Schlafanzughose stört nicht.
  4. Bei trockener Heizungsluft hilft ein Luftbefeuchter oder eine Schale Wasser auf der Heizung.

Warnzeichen am Knie

Psoriasis nässt normalerweise nicht. Wenn die Stelle nässt, eitert, gelbliche Krusten bildet, stärker schmerzt oder tiefe, blutende Risse (Rhagaden) entstehen, kann sich eine bakterielle Infektion entwickelt haben. Dann bitte zeitnah ärztlich abklären lassen – nicht selbst mit Zinksalbe oder Hausmitteln behandeln.

7. Wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Gehen Sie in die Hautarztpraxis, wenn …

  • eine Stelle zum ersten Mal auftritt und die Diagnose noch nicht gesichert ist,
  • sich ein Herd nach 2 bis 4 Wochen guter Selbstbehandlung nicht bessert oder wächst,
  • mehrere oder große Flächen betroffen sind oder Kopfhaut, Gesicht, Nägel, Hände, Füße oder Genitalbereich,
  • eine Stelle nässt, eitert, blutet oder tiefe Risse hat,
  • Gelenke schmerzen, morgens steif sind oder Finger und Zehen anschwellen,
  • die Haut Sie im Alltag, im Schlaf oder seelisch stark belastet.

Bringen Sie am besten Fotos vom Verlauf und eine Liste Ihrer Medikamente und Pflegeprodukte mit. Fragen Sie ruhig direkt nach den Therapiezielen der Leitlinie (PASI 90, DLQI 0 oder 1) und danach, ob eine Systemtherapie für Sie infrage kommt.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.



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