Durch Mücken übertragene Krankheiten bedrohen die Welt

Ob Dengue-Fieber oder Malaria, Mücken sind, obwohl so winzig, gefährliche Tiere. Dabei ist nicht der lästig juckend Stich unser heimischen Mücken gemeint.

Gefährliche Mücken aus den Tropen breiten sich mehr und mehr auch in europäischen Ländern aus. Experten sehen auch in Deutschland eine große Bedrohung durch tropische Stechmücken.

So ist die Asiatische Tigermücke längst kein Exot mehr in Deutschland. Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus und eine Reihe anderer tropischer Erkrankungen übertragen. Aktuell ist sie in 28 Ländern auf allen Kontinenten – außer Australien und der Antarktis – zu finden.

Auch Malaria wird durch Mücken übertragen. In Europa hat man es in den 1960er Jahren geschafft, durch den Einsatz von reichlich Insektiziden, Malaria erfolgreich zu verdrängen. Heute sind nach Angaben der Forscher viele Malaria-Mücken gegen Insektizide resistent und der Einsatz ist aus Umweltschutzgründen problematisch oder ohnehin oft verboten.

Um die Ausbreitung der gefährlichen Mücken einzudämmen, fordern die Wissenschaftler jetzt eine enge Zusammenarbeit von Experten, Gesundheitseinrichtungen und Medien. Das es absoluten Handlungsbedarf gibt zeigen die vielen Beispiele von Funden der Tigermücke.

So wurden im September 2007 auf einer Autobahnraststätte der A5 bei Bad Bellingen (Baden-Württemberg) erstmals Eier der Mücke entdeckt.

Im Juli 2011 wurde bei Weil am Rhein und ebenfalls in der Nähe einer Autobahnraststätte der A5 ein erwachsenes Weibchen gefangen.

2012 wurden unter anderen in Baden-Württemberg und Bayern an jeweils vier Standorten Mückenfallen zur Überwachung eingeschleppter Mücken aufgestellt. An drei dieser acht Standorte wurden Asiatische Tigermücken gefangen, welche auf wiederholte und regelmäßige Einschleppungen über Verkehrswege von Südeuropa nach Deutschland und damit auf ein höheres Risiko einer Etablierung hinwiesen; das österreichische Inntal ist ebenfalls betroffen.

Im August 2014 wurden im Rahmen des deutschen Mückenatlas am Waldsee in Freiburg im Breisgau Larven, Puppen und Eier entdeckt, d. h. erstmals alle Entwicklungsstadien außerhalb der Flugdistanz zu Autobahnen festgestellt.

2018 und 2019 wurden auch im Stadtgebiet von Frankfurt am Main Tigermücken nachgewiesen.

Eine fachübergreifende Beobachtung und eine Spezialeinheit, die mit einer informierten Öffentlichkeit zusammenarbeiten, wären wohl die beste Möglichkeit, den Kampf gegen diese neue Bedrohung in Europa zu gewinnen.

 

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