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Deutschlands Bestnote hält – aber der Preis der Schulden steigt

Deutschland gehört weiterhin zu den wenigen Staaten mit der höchsten Kreditwürdigkeit. Die europäische Ratingagentur Scope hat Anfang September 2026 die Note „AAA“ mit stabilem Ausblick bestätigt, ebenso wie zuvor S&P und Fitch. Für den Staat ist das bares Geld wert: Wer als besonders sicherer Schuldner gilt, leiht sich günstiger.

Was ein Rating bedeutet

Ratingagenturen bewerten, wie sicher ein Staat seine Schulden zurückzahlen kann. Die Skala reicht von „AAA“ (höchste Bonität) über „AA“ und „A“ bis „BBB“ und darunter. Je schlechter die Note, desto höher die Zinsen, die Anleger verlangen. Zum Vergleich: Frankreich ist inzwischen in den A-Bereich abgerutscht, Großbritannien liegt bei „AA“, Italien (*) bei „BBB+“. Deutschland, die Niederlande und die Schweiz behalten die Bestnote.

Warum trotzdem Druck entsteht

Seit der Grundgesetzänderung von 2025 darf der Bund deutlich mehr Kredite aufnehmen: über ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutz sowie für Verteidigungsausgaben oberhalb von etwa einem Prozent der Wirtschaftsleistung. Zusammen mit den Sondervermögen plant der Bund 2026 mehr als 180 Milliarden Euro neue Schulden, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Schuldenquote steigt von 63,5 Prozent (2025) auf voraussichtlich rund 66,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die europäische Referenzgrenze liegt bei 60 Prozent.

Gleichzeitig ist die Zeit des billigen Geldes vorbei. Bis 2022 bekam der Bund teilweise sogar Geld dafür, dass er sich Geld lieh. Heute verlangen Anleger für zehnjährige Bundesanleihen rund drei Prozent. 2021 gingen nur 1,5 Prozent der Steuereinnahmen des Bundes für Zinsen drauf, 2025 waren es bereits 7,7 Prozent. Der Bundesrechnungshof rechnet bis 2029 mit über 66 Milliarden Euro Zinsausgaben pro Jahr. Das wäre fast jeder achte Euro im Bundeshaushalt, der dann nicht für Schulen, Straßen oder Renten zur Verfügung steht.

Wo die Risiken liegen

Scope sieht Deutschland eher am unteren Rand der AAA-Kategorie. Die Agentur mahnt Strukturreformen an, denn das Wachstumspotenzial ist mit etwa 0,7 Prozent schwach. Hinzu kommen dauerhafte Lasten: höhere Verteidigungsausgaben, die alternde Bevölkerung mit steigenden Zuschüssen zur Rentenversicherung (*), der Investitionsstau bei Bahn und Straßen sowie die Kosten des Klimaschutzes. Auch aus der Regierungsfraktion der Union kommen deshalb Mahnungen zu mehr Ausgabendisziplin.

Die Gegenposition

Im internationalen Vergleich steht Deutschland weiterhin gut da. Länder wie Frankreich, Italien (*), Großbritannien oder die USA geben einen deutlich größeren Teil ihrer Wirtschaftsleistung für den Schuldendienst aus. Von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ist Deutschland weit entfernt. Entscheidend ist, wofür das geliehene Geld eingesetzt wird. Investitionen, die das Wachstum stärken, können sich langfristig selbst tragen. Schulden für laufende Ausgaben können das nicht.

Fazit

Die Bestnote ist vorerst sicher, aber der Spielraum wird enger. Ob Deutschland „AAA“ dauerhaft hält, hängt weniger von der Höhe der Schulden ab als davon, ob sie Wachstum erzeugen und ob die Zinslast den Haushalt nicht nach und nach lähmt.



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