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Was sich im November 2026 für Verbraucher ändert

Im November ändert sich einiges: Pakete aus Nicht-EU-Ländern werden teurer, „Später bezahlen“ wird stärker reguliert, und die Bahn bietet dauerhaft ein günstiges Familienticket an. Dazu kommen wichtige Fristen. Hier der Überblick, was für wen gilt.

Pakete aus Nicht-EU-Ländern werden teurer

Seit dem 1. Juli 2026 gibt es keine Zollfreigrenze von 150 Euro mehr. Für Sendungen bis 150 Euro fällt ein Pauschalzoll von 3 Euro an, und zwar je Warenkategorie. Seit dem 1. November kommt eine EU-Bearbeitungsgebühr von 2 Euro je Warenkategorie hinzu. Diese Gebühr gilt bei jedem Warenwert, also auch über 150 Euro.

Als Kategorie zählt die Art der Ware, nicht die Stückzahl. Zehn gleiche T-Shirts sind eine Kategorie, T-Shirt, Handyhülle und Buch dagegen drei. Ein Beispiel für ein Paket unter 150 Euro mit diesen drei Kategorien: 9 Euro Zoll plus 6 Euro Gebühr, zusammen 15 Euro. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent kommt noch dazu; sie gilt schon seit 2021 ab dem ersten Cent. Betroffen sind vor allem Bestellungen bei Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress. Der 3-Euro-Zoll ist eine Übergangslösung, bis die regulären Zolltarife gelten.

Tipp: Wer bei einem Händler mehrere Artikel derselben Art in einer Bestellung kauft, zahlt weniger als bei vielen gemischten Einzelbestellungen.

„Buy now, pay later“: Ab 20. November gilt Kreditrecht

Ab dem 20. November 2026 gelten für die meisten BNPL-Angebote, für Kleinkredite unter 200 Euro, für zinsfreie Finanzierungen und für kurzfristige Kredite bis drei Monate weitgehend dieselben Regeln wie für klassische Ratenkredite. Was das für Sie bedeutet:

  • Anbieter müssen Ihre Kreditwürdigkeit prüfen.
  • Sie müssen vorab verständlich über Kosten und Risiken informiert werden.
  • Irreführende Werbung ist verboten, etwa wenn ein Kredit verharmlost wird.
  • Lehnt ein Computer Ihren Antrag ab, können Sie verlangen, dass ein Mensch ihn prüft.
  • Sie haben grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Der einfache Kauf auf Rechnung beim Händler selbst ist meist nicht betroffen. Erfasst sind vor allem Angebote über zwischengeschaltete Zahlungsdienste wie Klarna oder PayPal. Debitkarten mit Zahlungsaufschub sind ausgenommen. Verträge, die vor dem 20. November abgeschlossen wurden, laufen nach den alten Regeln weiter.

Kfz-Versicherung: Kündigung bis 30. November

Die meisten Kfz-Versicherungen (*) laufen bis zum 31. Dezember. Für sie gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat. Die Kündigung muss also spätestens am Montag, 30. November 2026, beim Versicherer angekommen sein. Das Absendedatum zählt nicht. Schicken Sie die Kündigung daher rechtzeitig und nachweisbar ab, zum Beispiel per Einschreiben oder über das Kundenportal mit Bestätigung.

Für Sonderfälle gelten andere Fristen. Nach einer Beitragserhöhung (*) können Sie in der Regel innerhalb eines Monats nach Erhalt der Mitteilung kündigen. Nach einem Schaden ist eine Kündigung meist innerhalb eines Monats nach Abschluss der Regulierung möglich. Verträge mit einem anderen Ablaufdatum haben eigene Termine.

Vergleichen Sie beim Wechsel nicht nur den Preis. Achten Sie auch auf den Umfang (Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko), die Selbstbeteiligung, die Leistungen und die Schadenfreiheitsklasse. Der neue Vertrag sollte nahtlos anschließen, damit keine Versicherungslücke entsteht.

DB-Familienticket gibt es jetzt dauerhaft

Seit dem 1. November gibt es das Familienticket der Deutschen Bahn dauerhaft. Hin- und Rückfahrt kosten 99,99 Euro, eine einfache Fahrt 59,99 Euro. Es gilt für bis zu fünf Personen in der 2. Klasse in ICE, IC und EC innerhalb Deutschlands. Die Sitzplatzreservierung ist inklusive.

Diese Bedingungen gelten:

  • Höchstens zwei Erwachsene ab 15 Jahren dürfen mitfahren.
  • Bis zu vier Kinder von 6 bis 14 Jahren dürfen mitfahren; mindestens ein Kind muss dabei sein.
  • Kinder unter 6 Jahren fahren ohnehin kostenlos.
  • Das Ticket gilt nur für die gebuchten Züge (Zugbindung).
  • Ein City-Ticket für die Anreise zum Bahnhof ist nicht enthalten.

Am meisten lohnt sich das Ticket, wenn zwei Erwachsene unterwegs sind oder Jugendliche ab 15 mitfahren. Kinder bis 14 fahren auch mit normalen Tickets kostenlos mit, dann ist aber keine Reservierung enthalten.

Euro 7: Neue Regeln für neue Fahrzeugtypen

Ab dem 29. November 2026 gilt die Abgasnorm Euro 7 für neu genehmigte Pkw- und Transportermodelle. Ab dem 29. November 2027 gilt sie für alle neu zugelassenen Fahrzeuge dieser Klassen. Für Autos, die schon zugelassen sind, ändert sich nichts. Es gibt weder eine Pflicht zur Nachrüstung noch Fahrverbote.

Neu ist, dass Euro 7 erstmals auch den Feinstaub aus Bremsen und den Reifenabrieb erfasst. Für einzelne Grenzwerte gelten dabei spätere Fristen. Bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden schreibt die Norm außerdem eine Mindesthaltbarkeit der Batterie vor. Nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern muss sie noch mindestens 80 Prozent ihrer Kapazität haben. Nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern sind es mindestens 72 Prozent.

Lohnsteuer-Freibetrag für 2027 beantragen

Seit dem 1. November 2026 können Arbeitnehmer einen Freibetrag für 2027 beantragen, am einfachsten über „Mein ELSTER“. Dann wird jeden Monat weniger Lohnsteuer einbehalten, und Sie haben mehr Netto. Sie bekommen das Geld also früher statt erst über die Steuererklärung.

Das lohnt sich zum Beispiel bei:

  • langen Arbeitswegen (seit 2026 gibt es 38 Cent Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer),
  • Kosten für die Kinderbetreuung,
  • hohen Krankheitskosten.

Voraussetzung ist, dass Ihre Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro liegen. Zusammen mit Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen müssen außerdem mehr als 600 Euro zusammenkommen. Der Freibetrag kann für bis zu zwei Jahre gelten. Für 2026 können Sie ihn noch bis zum 30. November beantragen; dann wirkt er komplett im Dezembergehalt.

Wichtig: Wer einen Freibetrag einträgt, muss in der Regel eine Steuererklärung abgeben. Wer zu hohe Ausgaben angibt, muss Steuern nachzahlen.

Kurz gefasst

  • Seit 1. November: 2 Euro Gebühr je Warenkategorie für Pakete aus Nicht-EU-Ländern, bei jedem Warenwert. Bis 150 Euro kommen 3 Euro Zoll je Kategorie hinzu.
  • Seit 1. November: Das DB-Familienticket gibt es dauerhaft für 99,99 Euro (hin und zurück) mit Reservierung, für Familien mit mindestens einem Kind.
  • Seit 1. November: Der Lohnsteuer-Freibetrag für 2027 kann über ELSTER beantragt werden.
  • Ab 20. November: Für BNPL, Kleinkredite und zinsfreie Finanzierungen gelten Bonitätsprüfung, Informationspflichten und Widerrufsrecht.
  • Bis 30. November: Die Kündigung der Kfz-Versicherung muss beim Versicherer angekommen sein. Bis zu diesem Tag ist auch noch ein Freibetrag für 2026 möglich.
  • Ab 29. November: Euro 7 gilt für neue Fahrzeugtypen. Bestehende Autos sind nicht betroffen.


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