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Mythen des Alltags: Das Glas Wasser am Morgen

Ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen ist eine der einfachsten Gewohnheiten überhaupt. Über Nacht verliert der Körper Flüssigkeit: über die Atmung, über die Haut und über die Nieren, die auch im Schlaf weiterarbeiten. Nach einer Nacht in trockener Heizungsluft, nach starkem Schwitzen oder nach Alkohol ist dieser Verlust spürbar größer. Alkohol wirkt nämlich harntreibend.

Was Wasser am Morgen leistet und was nicht

Wasser braucht der Körper für den Stoffwechsel, für die Regulierung der Körpertemperatur und für eine geregelte Verdauung. Bei der Verdauung wirkt es am besten zusammen mit ballaststoffreicher Ernährung. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann zu Kopfschmerzen und Müdigkeit führen und die Konzentration verschlechtern. Wer morgens trinkt, startet ausgeglichen in den Tag.

Ein „Stoffwechsel-Booster“ ist das Glas Wasser allerdings nicht. Studien zeigen nach dem Trinken zwar einen kurzen, leichten Anstieg des Energieumsatzes. Der Effekt ist aber so gering, dass er beim Abnehmen keine Rolle spielt. Wasser macht auch nicht leistungsfähiger als normal. Es verhindert lediglich, dass Durst Konzentration und Energie bremst. Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung ersetzt es nicht.

Kalt, warm oder mit Zitrone?

Die Temperatur ist Geschmackssache. Ob kalt, zimmerwarm oder lauwarm: Gesundheitliche Vorteile einer bestimmten Temperatur sind nicht belegt. Wer einen empfindlichen Magen hat, empfindet lauwarmes Wasser oft als angenehmer. Sehr heiße Getränke über etwa 65 °C sollten Sie dagegen meiden. Sie gelten als wahrscheinlicher Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs.

Zitrone macht Wasser aromatischer, und wem es schmeckt, der trinkt oft mehr. Der Saft einer halben Zitrone liefert etwa 8–12 mg Vitamin C. Das ist nur ein kleiner Teil des Tagesbedarfs von rund 100 mg. Eine Kiwi oder eine halbe Paprika bringen deutlich mehr. Zitronenwasser ist also ein angenehmes Extra, aber kein Ersatz für Obst und Gemüse. Bei Sodbrennen oder einem gereizten Magen kann die Säure unangenehm sein.

So klappt die Morgenroutine

  • Menge: Trinken Sie nach dem Aufstehen 200–300 ml Wasser.
  • Temperatur: Wählen Sie die Temperatur, die Ihnen guttut. Nur sehr heiß sollte es nicht sein.
  • Zitrone: Wer mag, gibt den Saft einer halben Zitrone dazu.
  • Zähne schützen:
    • Trinken Sie Zitronenwasser am besten zügig, gern mit Strohhalm.
    • Spülen Sie danach den Mund mit klarem Wasser aus.
    • Putzen Sie die Zähne erst nach etwa 30 Minuten, damit der von der Säure angegriffene Zahnschmelz nicht abgerieben wird.
  • Über den Tag verteilen: Trinken Sie regelmäßig weiter. Erwachsene sollten täglich rund 1,5 Liter trinken, bei Hitze oder Sport mehr.
  • Ausnahme: Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung weniger trinken soll, hält sich an die ärztliche Vorgabe.

Fazit

Ein Glas Wasser am Morgen ist kein Wundermittel, aber eine kostenlose und unkomplizierte Gewohnheit mit einem klaren Nutzen: Sie beginnen den Tag gut versorgt. Zitrone ist eine schöne geschmackliche Ergänzung. Gesundheitliche Wunder sollten Sie davon jedoch nicht erwarten.



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